TOPOS 33

Naturdialektik


Inhalt

AUFSÄTZE

Gottfried Schweiger: Begriff der dialektischen Naturphilosophie

 

Herbert Hörz: Dialektische Naturphilosophie als Brücke zwischen Naturwissenschaft und Philosophie. Bemerkungen zu den Überlegungen von Gottfried Schweiger

Michael Weingarten: Prolegomena zu einer möglichen dialektischen Naturphilosophie

Hans Heinz Holz: Fragmentarische Betrachtungen zu Naturdialektik und Naturphilosophie

DOKUMENTATION

Henrik Steffens: Über Schellings Naturphilosophie

Karl August Eschenmayer: Das höchste Prinzip der Naturphilosophie

AUS DEN ARCHIVEN

Joachim Schickel: Erwin Chargaff als Naturphilosoph

AUS LITERATUR UND FORSCHUNG

Hans Heinz Holz: Zur Wissenschaftsform von Dialektik


Editorial

Als wir in die Planung für die kommenden Topos-Hefte eintraten, erreichte uns überraschend die Einsendung von Gottfried Schweiger. Gerade war auch das neue Buch von Herbert Hörz »Materialistische Dialektik: Aktuelles Denkinstrument zur Zukunftsgestaltung« erschienen. Bei beiden steht die Dialektik der Natur im Zentrum, Schweiger setzt sich ausdrücklich mit Hörz, Holz und Weingarten auseinander. So war spontan eine grundsatzphilosophische Diskussionslage entstanden, die in die Mitte der thematischen Programmatik von Topos zielt. Es war keine Frage, diesen glücklichen Umstand aufzunehmen und die angesprochenen Autoren zu bitten, sich auf der Grundlage des Aufsatzes von Schweiger zu äußern - nicht als Antwort, sondern in der Entwicklung von Aspekten, die einander ergänzen oder widersprechen können. So sprechen die Beiträge des Hauptteils für sich selbst und bedürfen keiner Einführung.

Dem Denktypus Naturphilosophie eine historische Hintergrundsschattierung zu geben, schien uns sinnvoll. Es muß nicht immer Schelling sein, aber weniger bekannte Anhänger seines Kreises zeigen, daß Naturspekulation im Geiste Schellings um 1800 breite Resonanz fand. Und macht man den historischen Quantensprung über anderthalb Jahrhunderte hinweg, so ist, wenn auch in der Diktion anders, Erwin Chargaff, der seinerzeit von Joachim Schickel vorgestellt wurde, mit Eschenmayer auf bemerkenswerte Weise verbunden.

Gingen die Naturphilosophen eher von einer philosophischen Ganzheitskonzeption aus, dann die modernen Naturdialektiker von den Ergebnissen der einzelwissenschaftlichen Forschung. Diese in eine wissenschaftliche Weltanschauung einzubringen und für die Gestaltung der lebensweltlichen Praxis nutzbar zu machen, ist das Anliegen von Herbert Hörz. Der in Deutschland weithin unbekannte und bisher leider ungenutzt gebliebene italienische Wissenschaftsphilosoph Ludovico Geymonat hingegen konzentriert sich auf die Rationalitätsstruktur der Dialektik. An ihn zu erinnern ist ein Desiderat der Diskussion über Naturdialektik.

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